Mit Wellnitz Architekten.
Ein Schulgebäude aus dem Jahre 1973 wird im Rahmen des Konjunkturpaketes energetisch saniert. Das bisherige äußere Erscheinungsbild des Hauses wurde vom Nutzer nie wirklich akzeptiert und soll nun im Zuge der Baumaßnahme bewusst verändert werden. Das Haus erhält ein neues Gesicht: Eine helle Putzfassade ersetzt die Strukturbetonoptik. Die Plattenfugen verschwinden. Die Fensterbänder werden gezielt unterbrochen und durch hervorspringende, dunkle Rahmen akzentuiert. Das energetische Konzept setzt klar auf passive Maßnahmen und unkomplizierte Anlagentechnik. Der Nutzer soll nach der Sanierung neben niedrigen Kosten auch ein maßgeblich komfortableres Gebäude vorfinden. Ein Wärmedämmverbundsystem WLG 032 mit einer durchschnittlichen Stärke von 18cm wird fugenlos auf die mit den Geschossdecken im Verbund betonierten Strukturbetonplatten aufgebracht. Neue Aluminiumfenster mit 2-fach Wärmeschutzverglasung ( Edelgasfüllung) und gedämmten Profilen werden unmittelbar hinter der Dämmebene luftdicht eingebaut.  Ein Einbau innerhalb der Dämmebene wäre energetisch günstiger, ist hier jedoch aus statischen Gründen nicht möglich. Der Sonnenschutz wird hinterdämmt, um die Wärmebrückenwirkung in diesem Bereich so gering wie möglich zu halten. Die Geschossdecken werden brandschutztechnisch ertüchtig und die abgehängten Decken in den Klassenräumen werden entfernt. Die Decken werden so als Speichermassen aktiviert. Gerade im Sommerfall kann via Nachtauskühlung einer Überhitzung wesentlich vorgebeugt werden. Die seit Jahren stillgelegte, vorhandene Lüftungsanlage wird demontiert und durch eine  Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ersetzt. Die Heizung der gesamten Schule wurde bereits 2005 erneuert und zentralisiert. Die Heizflächen im Haus werden nicht verändert, die Vorlauftemperatur kann jedoch aufgrund der geringeren Heizlast gesenkt werden. Der Zuluftöffnung der Lüftungsanlage wird ein Vorheizregister ( via Wärmepumpe) vorgeschaltet, um bei sehr kaltem Wetter Zuglufterscheinungen in den Klassenräumen vorzubeugen. An besonders heißen Sommertagen arbeitet die Wärmepumpe nach Bedarf als Kühlaggregat. So werden Hitzespitzen vermieden. Die Lüftungsventile werden klassenraumseitig in einem Gipskartonkasten untergebracht. Hier wird in einem 2.Bauabschnitt eine Schrankwand eingbaut und somit eine ästhetisch ausgereifte Lösung erreicht.